Mit VW T3 Bus und Eriba Troll Wohnwagen in Italien – der Aufenthalt

Camping in ItalienDie Anreise war nicht ganz wie geplant und so sind wir einen Tag später und mit nur einem Fahrzeug an unserem Ziel angekommen. Aber der Standplatz hat uns entschädigt: Erste Reihe mit direktem Blick zum Meer. Bald war die Begeisterung allerdings geschlechterspezifisch getrennt. Mit der Lage lässt sich kaum vermeiden, dass man nicht nur am Sandstrand steht, sondern sich der Sandstrand langsam auch in das Fahrzeug ausweitet … diese Freude wurde von den Frauen nur bedingt geteilt.

Unser VW Bulli erstmals mit Vorzelt am Campingplatz

Wir hatten uns in der Vorbereitung für diese Reise ein originales, 30 Jahre altes Vorzelt für den VW Bus sowie Stühle und Liegen aus den späten 70ern besorgt. Das Zeug ist deutlich schwerer als alles was man heute kaufen kann, braucht viel mehr Platz, aber man hat seine Freude daran und ist nicht selten etwas stolz auf das Fundstück. Einer dieser Campingstühle hatte bereits in der ersten Nacht den Dienst damit quitiert, dass die Rückenlehne nur mehr am sprichwörtlichen Faden hing. Wir hatten also für den Rest der Reise einen  grossen, sperrigen Campingstuhl aus den 70ern mit, aber nur um ihn im Bus hin- und herzuschlichten. Das Vorzelt allerdings hat uns überzeugt und den Wohnbereich schön erweitert:

VW Bus T3 mit Vorzelt

VW Bus T3 Eurec Cassandra mit Vorzelt

Wir konnten nun mit dem Bus herumfahren und sperriges Gut am Stellplatz lassen. Erstes Ziel war Vieste im Südosten von unserem Campingplatz. Eigentlich nur 30 Kilomter entfernt, aber die kleinen Strassen mit den vielen Hügeln ist eher etwas für gemütliche Touren. Und vorallem nur für eine Fahrt ohne Panne, denn die unübersichtliche Strasse hat kaum Stellen wo man zur Seite fahren kann.

Vieste in Italien

In Vieste der Blick zur Abteikirche San Francesco

Die Öldrucklampe und der Masten am Strand zeigen rot

Die Stadt ist wahnsinnig schön und es gibt gute Restaurants, das spiegelt sich auch in den Preisen wider. Abends fahren wir in der Dunkelheit die Strasse zurück zum Campingplatz – das ist zumindest der Plan. Nur ein Bulli-Fahrer kennt das Gefühl, wenn plötzlich die Öldrucklampe am Armaturenbrett aufleuchtet. Praktisch gesprochen bedeutet das: Motorschaden. Als ich diese kleine bissige rote Lampe nun das Cockpit erleuchten sehe wird mir kalt im Nacken. „Sch€iße“ ist kein schönes Wort, aber es war das erste das mir durch den Kopf gefahren ist und trifft die Situation auch sehr gut. Es ist stockfinster, die Straße voll mit unübersichtlichen Kurven und ich muss noch ein paar Minuten weiterfahren ehe ich stehen bleiben kann. Ich vermute, dass das gar nicht gehen dürfte weil der Motor ja kaputt ist. Mit Taschenlampe wird der Ölstand kontrolliert und wir geben noch etwas dazu. Wissen nicht warum, aber wir müssen ja etwas tun. Außerdem hatten wir das Gefühl dass die Lampe flackert und tatsächlich ist die Lampe beim Starten erloschen und wir fahren noch mit flackernder Öldrucklampe bis zum Campingplatz zurück – mit wilden Thesen zur Ursache. Als es nicht besser wird lassen wir den Bulli zur Werkstatt schleppen die, als wir ankommen, natürlich gerade Siesta hat und der Bulli bleibt am Abschleppwagen vor der abgesperrten Werkstatt. Drei Stunden lässt man uns hier nun alleine. Auf dem Abschleppwagen kommen wir beim Busmotor unten gut ran und können so den Fehler finden und auch gleich selbst beheben, bevor die Werkstatt geöffnet ist. Das Kabel war am Auspuff angestanden und die Isolierung geschmolzen … zum Glück also Fehlalarm.

Als wir zurückkommen ist die rote Flagge am Strand gehisst, das bedeutet üblicherweise hoher Wellengang, starke Strömung oder starke Verschmutzung. Sie bleibt auch die nächsten Tage am Masten, obwohl ich keinen der Gründe erkennen konnte und soetwas wie „Komme gleich“ der Badeaufsicht vermute. Da praktisch keine Leute im Wasser waren, ist das die Gelegenheit die Lenkmatte rauszuholen und bald hat sich auch eine Möwe dazugesellt.

Mit Lenkmatte bei roter Flagge

Mit Lenkmatte bei roter Flagge ein Spiel mit der Möwe

Traumhafte Küsten Garganos und die Isole Tremiti

Drei Mal hatten wir auch eine Bootsfahrt gebucht, zwei davon gehören zweifellos zu einem Urlaub in Gargano: Die Fahrt zu den Isole Tremiti, einer vorgelagerten Inselgruppe mit den beiden bewohnten Inseln San Domino und San Nicola mit einer Abteikirche der Benediktiner Santa Maria a Mare aus dem 11Jhdt.  Das zweite must ist eine Fahrt entlang der Küste von Peschici bis Mattinata mit faszinierenden Grotten und Felsformationen.

Küste in Gargano

Küste in Gargano

Und auch Belege der Geshichte findet man, neben Wehrtürmen (16. Jhdt zum Schutz vor Piraten und Korsaren) sind auch noch viele Trabucci zu sehen. Nur ganz wenige dieser Pfahlbauten, für den den Fischfang mit Netzten, sind noch in Betrieb. Manche sind auch zu einem Restaurant umfunktioniert.

Trabucco in Italy

Trabucco in Italy

Nach den Bootsfahrten sind wir wieder etwas mit dem Bulli unterwegs, holen Muscheln für das Mittagessen und fahren auch nach Foggia (Ristorante Ambasciata Orsarese ;-). Von den schönen alten Piaggio Fahrzeugen findet man kaum mehr etwas auf der Straße. Die klassische Vespa ist praktisch gänzlich verschwunden, nur den Ape findet man in der alten Form noch als Lastentier.

piaggio ape in italien

piaggio ape – das Lastendreirad – in italien

Als wir vor ca 2 Wochen angekommen waren, hatte es noch 35°C, nun ist die Temperatur um gut 15°C gefallen und wir müssen an die Heimreise denken – später als geplant trennen wir uns und fahren alleine mit dem Bulli gen Graz, erst in der Garage wird der Bulli wieder neben dem Troll stehen. Die Route nach Hause ist noch nicht ganz fixiert, erst werden noch Spezialitäten aus der Region gekauft, wie zB  Caciocavallo Podolico, Olivenöl und Süßigkeiten.

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