Japan – ein Wochenende in Kyoto und Osaka

Hochglanzphotobücher vermitteln oft den Eindruck, Japan ist gänzlich eine Insel im traditionellen Stil. Im Süden des Landes sind die beiden Städte Kyoto und Osaka die im ziemlichen Kontrast zueinander stehen. Osaka – eine reine Industriestadt – und Kyoto – eine Stadt in der man vielerorts noch die klischeehafte Vorstellung bestätigt bekommt.
Die kurze Distanz zwischen den beiden Städten kombiniert mit ausgezeichneten Verkerhsverbindungen laden ein, beide Städte an einem langen Wochenende zu bereisen.
Bereits beim Reservieren der Unterkunft merkt man, daß man den fixen „Stützpunkte“ vorzugszugsweise in Kyoto wählt und einen oder zwei Tagesausflüge nach Osaka macht. Auch wenn Osaka mitunter für Touristen wenig attraktiv beschrieben wird, lohnt ein Besuch!
Kyoto
Osaka
Landkarte
Links

Kyoto

Kyoto ist als Tourist eine Ansammlung von Sehenswürdtigkeiten und selbst wenn man sich für die Stadt eine ganze Woche Zeit nimmt, hat man nur einen Teil von den „angebotenen Sehenswürdigkeiten“ gesehen. Mit Bus und U-Bahn kommt man sehr gut voran und in vielen Vierteln macht auch das zufuß gehen zwischen den alten Holzbauten Spaß.
Wir haben uns unter anderem für die Nijo-jo (Nijo Burg) entschieden. Sie ist ein registriertes UNESCO Weltkulturerbe und wurde in der ersten Hälft des 17. Jdht. als Shogunfestung gebaut. Die Architektur und der fantastische Garten (shoin zukuri style) lassen einen Halbtag im Flug vergehen. Beigleitet vom Quietschen des Fußbodens – eine bewußte Konstruktion um in den Hallen zu hören, wenn sich am Gang jemand bewegt (Nightingale floor) – kann man die großen Hallen mit den aufwändigen Gemälden (mehr als 3.000) wirken lassen. Privaträume u. Besprechungsräume sind zT. mit lebensgroßen Figuren nachgestellt.

Kiyomizu Tempel

Kiyomizu Tempel

Eine andere sehr sehenswerte Anlage ist der Kiyomizu Tempel – neben der Anlage wird man nach dem Spaziergang auch mit einem herrlichen Blick über die Stadt belohnt.

Unterkunft in Kyoto

Unterkünfte gibt es viele, wir haben uns für das Ryokan „Three Sister“ entschieden. Ryokans sind Gästehäuser/Hotels, die im traditionellen Stil eingerichtet sind und meist ein Frühstück mitanbieten. Geschlafen wird auf den Tatami Matten auf dem Boden und einzelne Bereiche sind mit Schiebetüren getrennt.

Three Sisters Ryokan

Three Sisters Ryokan

Das Three Sister ist sehr sauber und in einer ruhigen Seitengasse gelegen. Es ist keines dieser teueren Luxus-Rokyan mit Relaxgarten und Spa-Bereich, aber eine sehr gute Alternative zu einem klassischen Hotel wenn man Rokyan Luft schnuppern möchte. Die Angestellten – es wird tatsächlich von drei Schwestern geführt – sprechen sehr gut Englisch und helfen mit viel Wissen beim Stadterkunden weiter. Rund 10 min. zu Fuß davon befindet sich auch das Kyoto Handycraft Center, ein mehrstöckiges Gebäude mit „Mitbringsel“ in jeder Preisklasse.

Das traditionelle Japan verbindet man auch mit Samurai und Gashai und gelegentlich sieht man in den Gassen auch noch eine Japanerin in Geisha-Kleidung von einem Taxi schnell in ein Haus eilen. In manchen Touristenzeitungen findet man aber auch Anzeigen, daß man sich verkleiden lassen kann um für eine Stunde als Geisha durch die Straßen zu ziehen. So manche fotografierte Geisha wird also wohl selbst auch eine Touristin sein 🙂

Geisha in Kyoto

Geisha in Kyoto

Osaka

Die Stadt Osaka hat Ihren Fokus nicht auf den Tourmius gelegt und in Bezug auf das Klischee vom traditionellen Japan auch wenig zu bieten, selbst Osaka-jo – die Osaka Burg – ist ein Wiederaufbau deren Bauarbeiten 1997 abgeschlossen wurden. Dennoch hat diese Industrie- und Handelsstadt in Kombination mit Kyoto ihren Reiz nicht nur zum Essen oder Shoppen im Elektronik Viertel Den Den Town.
Wie in jeder Großstadt Japans sollte man sich zunächst einen Überblick verschaffen und sich einen Stadtplan mit allen öffentlichen Verkehrsmittel besorgen. Selbst große Bahnhöfe haben üblicherweise keinen Schalter an dem man sich bis zum Ticketkauf „durchfragen“ kann, sondern Ticketautomaten an denen man sich die Fahrkarte kauft.

Wer sich von oben einen Überblick der Stadt verschafen möchte sollte auf das Shin-Umeda Sky Building fahren. Mit ca. 10 Gehhinuten von der Umeda Station kommt man zu diesem 173 Meter hohen Gebäude wo man mit einem Panoramalift bis zur Dachterasse hochfahren kann. Der Ausblick ist bei Tag und Nacht herrlich!

Osaka bei Nacht

Osaka bei Nacht

Unterkunft in Osaka

Unterkünfte – vorallem im unteren Preissegment – sind dünn gesät und zu den asiatischen Spitzenzeiten auch shnell ausgebucht. Eines der günstigen Unterkünfte für Rucksacktouristen ist das U-EN Guesthouse, das 5 Gehminuten von der U-Bahstation Tamatsukuri station (N19) liegt. In einer kleinen Seitengasse abseits vom Straßenlärm.

U-EN Guesthouse in Osaka

U-EN Guesthouse in Osaka

Die Zimmer sind im tradiotenellem Ryokan Stil und teilen sich eine Minidusche unter der Stiege und eine ebenso kleines WC. Das junge engagierte Guesthouse Team ist hilfsbereit und ist insgesamt für typische Rücksackstädtetouristen ausgerichtet. Zum Surfen u. e-mail checken stehen zwei Terminals mit Internetzugang kostenlos zur Verfügung – auf dem Blog des Gästehauses kann man das Geschehen mitverfolgen.

Essen

Gelegentlich hat man den Eindruck, hier gäbe es mehr Restaurant als Einwohner und dennoch, oder gerade deshalb, fällt es oft schwer sich für eines der vielen Restaurants zu entscheiden. An der Umeda Zugstation angeschlossen gibt es ein Viertel mit vielen kleinen Gassen wo einfache Restaurants direkt einander anschließen. Manchmal sind die Speißen auch in Kunststoff gezeigt um die Entscheidung und vorallem die Bestellung zu vereinfachen.

Restaurants bei der Umeda Station

Restaurants bei der Umeda Station

Wirklich billig ist keines dieser Restaurants – wer in Japan gut essen möchte muß im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern tief in die Tasche greifen.

Im Lonelyplanet wird auch die Citibank hier mit dem Geldaumaten angeführt – Euro konnte man hier zu unserer Überraschung allerdings nicht wechseln. Im Tiefparterre der Umeda Station gibt es aber eine Bank die beinahe alle Währungen bar wechselt.

Landkarte mit Gästehäusern und Restaurant


Maps & Marker are generated with WordPress OpenStreetMap plugin

Links zum Thema

Blog über Maikos und Geikos in Kyoto Kyoto’s Welt der Blumen und Weiden [de]
Fotograf Fritz Schumann in Tokyo Tokyo Foto Sushi [de]
Thorsten Japan in Blog und Bild [de]
Essen in Kyoto Kyoto Foodie [en]
David ein Jahr in Japan [de]

Veröffentlicht in Japan, Reisebericht Getagged mit: , , ,
Ein Kommentar zu “Japan – ein Wochenende in Kyoto und Osaka
  1. F. Thomas sagt:

    Hi!
    Interessanter Reisebericht. War auch letztes Jahr in Japan aber mit einer kleinen Reisegruppe. Tokio – Nikko – Kamakura – Fuji – Himeji – Hiroshima – Nara – Kyoto
    Hat sich deine Reise eher auf Kyoto und Osaka beschränkt?

    Gruß
    Thomas (Graz, Austria)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*